Bei dem ersten Spiel der Rückrunde gegen Hannover dürfte im Gästeblock wohl die gleiche Tristesse vorherrschen, die schon das Hinspiel zu einem Heimspiel in Hannover machte. Für das weitgehende Fehlen akustischer und optischer Unterstützung ist der Rückzug großer Teile der Fanszene zum Ende der letzten Saison verantwortlich. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben sich über die Zeit angestaut, drehen sich aber letztendlich immer um die gleiche leidige Personalie: Martin Kind. 

Der 70 Jahre alte Hörgeräteunternehmer, in Teilen Fußballdeutschlands als populistischer Gegner von 50+1 bekannt, war sich selten zu schade, seine eigenen Fans vor den Kopf zu stoßen.

Neben dem immer schwelenden Konflikt um den Einsatz von Pyrotechnik ging es zum Beispiel um die Fahne mit dem Konterfei von Fritz Haarmann (nachzulesen bei 11Freunde); ein andermal beschimpfte Kind Teile der Anhänger direkt als „Arschlöcher“. Das Tuch wurde dann endgültig zerschnitten durch die Geschehnisse rund um das Auswärtsderby in Braunschweig: Der Verein wollte die Käufer einer Eintrittskarte zu einer damit verbundenen Busanreise verpflichten, gegen die viele Inhaber einer Auswärtsdauerkarte kurzfristig vor Gericht zogen. Das Ganze entwickelte sich zu einer absurden Posse, als 96 das Verfahren verzögerte und sich die Entscheidung auf einen Zeitpunkt nach dem Spiel verschob, die letztendlich zugunsten der Fans ausfiel. Dieses dreiste Verhalten gegenüber den eigenen Fans brachte das Fass letztendlich zum Überlaufen.

Nach der Auflösung des Fan-Dachverbandes „Rote Kurve“ und dem Ausbleiben eines Dialogs scheinen die Fronten weiterhin verhärtet. Wer sich weiter informieren will, kann sich die gute NDR-Reportage zu dem Thema angucken (Quelle: www.ndr.de) oder die Facebookseite „Kind muss weg“ besuchen (facebook.com).