Glückauf Schalker,

die meisten von euch werden die Stellungnahmen und Aufrufe der Verantwortlichen unseres FC Schalke 04 e.V. rund um das morgige Euroleague Spiel gegen Paok Saloniki verfolgt und zur Kenntnis genommen haben.

An dieser Stelle möchten wir nicht weiter auf die einzelnen Inhalte eingehen. Die Verantwortlichen unseres Vereins haben auch drei Jahre nach dem Polizeieinsatz in der Nordkurve anscheinend nichts dazu gelernt und ein weiteres Mal eine große Chance vertan, seinen Fans Rückgrat zu beweisen. Dieses öffentliche Verhalten ist für jeden verletzten und betroffenen Schalker der Ereignisse von 2013 ein Schlag ins Gesicht.

Aus Vereinskreisen wurde uns am heutigen Tage mitgeteilt, dass es am morgigen Spieltag vom Vereinsvorstand die Anweisung gibt, an den Eingängen explizit nach roten Sachen Ausschau zu halten und diese nicht ins Stadion zu lassen. Des Weiteren sollen mögliche Spruchbänder penibel auf entsprechende Inhalte kontrolliert und gegebenenfalls sanktioniert werden.

Als Krönung des Ganzen wird die Polizei voraussichtlich den Ordnungsdienst an den Eingängen unterstützen.

Sollten in der Nordkurve Materialien mit Bezug zu Mazedonien auftauchen, sind unsere Fanbeauftragten dazu angehalten, in die Kurve zu kommen, um die entsprechenden Personen auf dieses nicht geduldete Verhalten hinzuweisen. Weitere Schritte behalten sich der Verein und die Polizei vor.

Wir hoffen, dass sich trotz dieser unfassbaren Vorgehensweise kein Schalker am morgigen Tag in seiner Meinungsfreiheit einschränken lässt und dass wir dem Verein geschlossen zeigen, dass ein solches rückgratloses Verhalten gegenüber den eigenen Anhängern nicht toleriert wird!

Hier sitze ich nun. Das Heimspiel gegen Mainz ist seit 4 Stunden vorbei und ich lasse die restlichen Tage mit einem Feierabend Bier Revue passieren. Vor drei Tagen noch habe ich im Süden Russlands unsere Mannschaft zum Sieg über FK Krasnodar geschrien und nun bin ich wieder hier und habe deutschen Boden unter den Füßen.

Mittwoch: Am Mittwochnachmittag flog unsere Reisegruppe für das anstehende Europa League Spiel des FC Schalke 04 von Düsseldorf über Moskau nach Krasnodar. Jeder der schon einmal mit Schalke zu internationalen Auswärtsspielen geflogen ist weiß, dass es keinen Flieger gibt, in dem man als Blau-Weißer alleine ist. Und somit passierten nach und nach immer mehr Schalker die Sicherheitskontrolle am Düsseldorfer Flughafen um dieselbe Route wie wir Richtung Krasnodar zu nehmen. Am Moskauer Flughafen gelandet musste sich ein Mitglied unserer Reisegruppe, im Gegensatz zum Rest, die sich vorsichtshalber schon Online eingecheckt haben, am Schalter der Sibirischen Airline für den Anschlussflug nach Krasnodar erneut einchecken um danach mit uns die mehr als peniblen Pass-und die weniger peniblen Sicherheitskontrollen zu überwinden. Bei jedem Länder-Stempel im Reisepass warf der russische Polizeibeamte dem Passinhaber einen Blick zu, der von Abneigung nicht zu überbieten ist. Man konnte einfach jedem anmerken, dass die Russen niemand fremden in Ihrem Land haben wollen und prüften daher alle Reisepassseiten einzeln bis kleinste Detail. Nachdem alle Kontrollen überwunden waren, saßen wir endlich auf unseren Plätzen im Flugzeug Richtung Krasnodar … alle außer einer. Ein Mitglied unserer Reisegruppe kam kurz vor Abflug mit einem Privat-Shuttle zum Flieger und nahm, zur Bewunderung aller, in der ersten Klasse des Fliegers Platz. Economy-Class bezahlt, First-Class bekommen – alles richtig gemacht.

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In Krasnodar gelandet verlies man rasch den Flughafen um sich am Vorplatz in eins der wartenden Taxen zu setzen. Alle waren froh zum Hotel fahren zu können um dort das ein oder andere Pivo genießen zu können. Dass man auf dem fünfminütigen Weg mehrmals um sein Leben fürchten musste war jedoch keinem klar. Unser Taxifahrer, der während der Fahrt mit dem Rezeptionisten unseres Hotels telefonierte um sich eine Wegbeschreibung einzuholen, entpuppte sich als durchaus alkoholisiert und trank während der Taxifahrt mehrmals aus einer Flasche Wodka, die er in der Mittelkonsole des Wagens platzierte. Seine Alkoholfahne war bestialisch und bis auf die Rückbank zu riechen … Willkommen in Russland.

Die 30-40 cm tiefen Schlaglöcher auf dem Weg zum Hotel wurden trotz aller dem gekonnt umfahren und wir konnten ohne Probleme im Hotel einchecken. Viele Schalker waren bereits im Hotel und es sollten noch einige folgen. Einer der Nachzügler hatte es leider versäumt sich ein Hotel zu buchen und nutze daher das Sofa unseres Doppelzimmers als Schlafplatz. Schalker helfen sich! Eine gute halbe Stunde später enterten circa 10-15 Schalker den eigentlich abgeschlossenen Pool und Whirl-Pool des Hotels mit Bier und einigen anderen regionalen alkoholischen Getränken. Nach einer kleinen Abkühlung endete der feucht fröhliche Abend im Aufenthaltsraum des Hotels mit 20-25 Schalkern erst in den Morgenstunden des Donnerstags.

Donnerstag: Donnerstag – Spieltag. Ich wachte deutlich nach meiner geplanten Zeit auf. Die Spuren vom Vortag waren mir deutlich ins Gesicht geschrieben und auch mein Magen war auf einen solchen Abend irgendwie nicht richtig vorbereitet. Wir orderten zehn Taxen und fuhren nach Mittag in die Stadt um dort etwas zu essen und uns ein wenig in der Stadt umzusehen. Die Taxifahrt war ähnlich abenteuerlich wie am Tag zuvor, jedoch ohne Alkohol, dafür aber mit Beschleunigungen im roten Drehzahlbereich. Genau das richtige für meine angeschlagene Magenregion.

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Endlich am Treffpunkt angekommen begrüßten wir die anderen reisefreudigen Schalker, die ebenfalls den Weg nach Russland gefunden haben und suchten uns die nächstmögliche Gelegenheit die knurrenden Bäuche zu füllen. Nachdem alle durch das Zeigen auf das jeweilige Menü ihre Bestellung erhalten und gegessen haben, konnten wir nach dem Gruppenfoto den Weg zum Stadion antreten. Schalke organisierte hierfür Busse, die uns zur Hochzeit des russischen Feierabendverkehrs zum Stadion bringen sollten. Der Weg zum neuerbauten Stadion zog sich wie in Kaugummi – für zwei Mitglieder meiner Reisegruppe sollte dieser sogar noch länger werden als erwartet. Aufgrund des Staus in der Innenstadt nutzten beide die Möglichkeit sich am Straßenrand ein wenig zu erleichtern. In genau diesem Moment überholte uns der durch die Polizei eskortierte Mannschaftbus. Die Busfahrer nutzen die Gelegenheit und folgten dem eskortierten Mannschaftsbus bis vor die Stadiontore des vor einigen Tagen in Form eines Länderspiels eingeweihten Fußballtempels. Trotz eines ordentlichen Sprints meiner Mitfahrer haben diese die Busse selbstverständlich nicht mehr erreichen können und betraten nach 6 Kilometern zügigem Fußmarsch eine knappe dreiviertel Stunde später durchaus erschöpft das Stadion.

Die Körperkontrollen waren mit Metallscannern und ausführlichen Tast-Kontrollen äußerst penibel und dauerten trotz der 350 Gäste aus Gelsenkirchen überaus lange. Obwohl ich eigentlich eher der Nostalgie Romantiker und weniger Freund des modernen Fußballs bin, brachte mich das Stadion doch das ein oder andere Mal zum Staunen. Eine komplett durchgehende LED-Leinwand im Stadion, riesige Treppenstufen wie bei einem Schlossaufgang, verzierte Glastüren am Blockeingang und beheizte Toilettensitze blieben mir hier besonders in Erinnerung.

Schalke spielte am heutigen Tag durchaus solide und konnte das Spiel durch einen frühen Treffer durch Konoplyanka mit 1:0 gewinnen. Die Stimmung durch die mitgereisten Schalker war gut, jedoch konnte die geringe Masse trotz ordentlicher Mitmachquote nur selten akustisch auf sich aufmerksam machen. Kurz vor Schluss wurde es noch einmal eng für den S04, jedoch konnte Ralf Fährmann den Sieg sicher festhalten und alle Schalker konnten das Stadion zufrieden verlassen.

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Der Verein organisierte abermals Shuttle-Busse, welche den Stadtkern und den Flughafen Krasnodars anfuhren. Ich fand meinen Platz im Bus, der den Flughafen anfuhr, da unser Hotel nur wenige Minuten mit dem Taxi von diesem entfernt lag. Die Zeit auf dem Rückweg wurde sich mit selbstgeschriebenen Schlagerliedern von „Ohrwurm-Charakter“ vertrieben, was wiedermal eine ordentliche Mitmachquote im Bus mit sich zog. Am Hotel angelangt genoss ich das ein oder andere regionale Bier um mich nochmal für eine Stunde hinlegen zu können, ehe das Taxi kam, was uns für den Rückflug zum Flughafen brachte. Alle sieben Sachen wurden rasch zusammengesucht und im Rucksack verstaut ehe man das Zimmer, selbstverständlich aufgeräumt, verlies. Im Aufenthaltsraum unseres Hotels war trotz der fortgeschrittenen Zeit, jedoch noch lange nicht an Schlaf oder Aufbruchsstimmung zu denken. Die letzten saßen hier vor einem Tisch voller Bier und Schnaps und stießen immer wieder auf den Sieg unserer Königsblauen an. Wir verabschiedeten uns von allen und verließen unsere Unterkunft in Richtung Flughafen. Alle Kontrollen wurden passiert und die letzten Minuten vor dem Flug mit der russischen Version von „Tom und Jerry“ in der Kinderspiel-Ecke totgeschlagen. Ebenfalls wurde der „Kinderspielraum“ am Hauptstadt-Flughafen in Moskau von einigen müden Schalkern in Beschlag genommen um den fehlenden Schlaf nachzuholen.

Nach 6 Stunden Aufenthalt in Moskau und ungefähr 3 Stunden Rückflug landeten wir pünktlich, aber hart auf dem Rollfeld des Düsseldorfer Flughafens. Eine Riese die ich so schnell nicht vergessen werde.

Um die Geschichte des “Glubbs” zu verfassen, hätte der Culturcon-Verlag niemand besseres finden können als Benjamin Wolf: Er macht einfach alles richtig.

Naja, fast, aber das ist eine Kleinigkeit: die Interviews. Der Leser kann sich nur aus den Fragen und Antworten erschließen, warum Benjamin diesen oder jenen zu einem Thema befragt hat. Und leider gelingt das auch nicht immer. Da hätte eine kurze Einleitung geholfen. Aber sei es drum: Lesenswert, interessant, informativ sind die Interviews allemal.

Während andere Autoren in Vereinshistorien gerne über Seiten einzelne Spiele schildern – böse Zungen behaupten, weil sie sonst die vielen Seiten zwischen den Buchdeckeln nicht füllen könnten -, konzentriert sich Benjamin auf die wesentlichen Züge, die die Geschichte des FCN in der Folge prägen sollten. Er, der Herausgeber des Fanzines “Daggl”, ist ein intimer Kenner der Fanszene – und das ist es, was dem Buch so gut tut. Bei der Clubgeschichte vergisst er nämlich den “12. Mann” keineswegs, ganz im Gegenteil: Die Fanszene mit beispielsweise der Seerose, Hooligans und Ultras beleuchtet er ausführlich und kenntnisreich.

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Hier findet ihr ein paar Fotos von unserem Heimspiel gegen Nikosia.

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Hier findet ihr ein paar Bilder vom Schalke-Tag und unserem Testspiel gegen Twente Enschede.

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An dieser Stelle findet ihr ein paar Bilder von unserer Niederlage bei Eintracht Frankfurt. Das Spiel endete 1:0 für Frankfurt und wurde durch ein Tor von Lucas Piazon in der 64. Spielminute entschieden.

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