Nachdem wir in den letzten Wochen über den Norden Gelsenkirchens berichtet haben, machen wir nun einen Flankenwechsel in den Osten Gelsenkirchens, wechseln wieder auf die anderes Seite der Emscher und landen in Gelsenkirchen-Bismarck. Sein Name hat der Stadtteil von der um 1870 gebauten Zechenkolonie der Zeche Graf Bismarck, welche nach dem preußischen Reichskanzler Otto von Bismarck benannt wurde. Allerdings trägt der Stadtteil, der am 1. April 1903 zu Gelsenkirchen eingemeindet wurde, diesen Namen erst seit 1900. Vorher handelte es sich um die Gemeinde Braubauerschaft. Der Fußballverein RWW Bismarck 1925 e.V. war der Heimatverein von Stan Libuda. Bismarck hat zurzeit um die 16.000 Einwohner auf einer Fläche von 7.22 km². Neben der Zeche Consolidation ist Bismarck vor allem durch den Zoo „Zoom Erlebniswelt“, welchen wir nun etwas genauer erläutern wollen:

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Dieses Mal führt uns die Reise durch unsere Stadt in den nördlichsten Stadteil: Gelsenkirchen-Scholven.

Erstmals erwähnt wurde dieser an Gladbeck, Dorsten und Marl angrenzende Teil Gelsenkirchens im frühen Mittelalter, da jedoch als Sculven. Mittlerweile wird der Stadtteil in drei Teile unterteilt: Ober- und Niederscholven im Norden sowie das beschauliche Bülse im Süden. Seit dem Mittelalter ist Scholven der Stadteil Gelsenkirchens, dessen Fläche größtenteils landwirtschaftlich genutzt wird. Dies lässt sich gerade noch in Oberscholven nachvollziehen, denn das Kraftwerk Oberscholven dort ist zu einem Großteil von Wiesen und Äckern umgeben. Auch wenn die dort gelegene Raffinerie immer mehr an Raum einnimmt. Diese Raffinerie, welche 1935 noch als Hydrierwerk erbaut wurde, prägte und prägt das Bild Scholvens. Während sie im zweiten Weltkrieg wohl hauptverantwortlich, zusammen mit den 1910 in Betrieb gegangenen Hibernia-Zechen, für die massiven Bombenangriffe auf den Stadtteil waren und es laut Berichten der Großeltern ganze drei Häuser in Scholven gab, die noch standen, versprüht es heute, besonders nachts, viel an Ruhrpottromantik. Die tausenden Lampen des Metallungeheuers und die Fackeltürme geben noch einen kleinen Eindruck davon, wie es in Gelsenkirchen einst aussah.

Ebenso findet sich in Scholven die mit 140 Meter höchste künstliche Erhebung des Ruhrpotts, wie sollte es auch anders sein, die Bergbauhalde Oberscholven. Leider ist diese nicht durchgängig begehbar, jedoch bietet die VHS gelegentlich Wanderungen auf die Halde an. Der Weg lohnt sich definitiv, da er gerade bei gutem Wetter einen atemberaubenden Blick über das Ruhrgebiet gewährleistet. Die zwei letzten erwähnenswerten Industriebetriebe grenzen an diese Halde, so steht dort noch ein Kraftwerk und ein Gipswerk.

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Der Gelsenkirchener Stadtteil Hassel liegt zusammen mit dem Stadtteil Scholven und Buer im Norden Gelsenkirchens. Im 13 Jahrhundert war der Stadtteil Gelsenkirchen-Hassel nicht mehr als eine Bauernschaft um das Dorf Buer. Erst im 19. Jahrhundert wuchs der Gelsenkirchener Stadtteil und mit Beginn der Industrialisierung fand auch der Bergbau einen Platz in der ehemaligen Bauernschaft. Von großer Bedeutung in der Bergbaugeschichte Gelsenkirchen-Hassels ist die Doppelschachtanlage der Zeche Bergmannsglück, welche im Jahre 1905 eröffnet wurde. 1907 wurde dann mit der Bohrung der Förderschachtanlage Westerholt begonnen. Zu dieser Zeit wurde lediglich vom Bergwerk Buer gesprochen, erst 1925 spalte sich das Bergwerk in die eigenständigen Förderzeichen Bergmannsglück und Westerholt, die zu den Hibernia-Zechen gehören. Die im Jahr 1909 in Betreib genommen Kokerei auf Bergmannsglück wurde 1927 nach der Weltwirtschaftskrise stillgelegt. Während dieser Zeit waren beide Bergwerke jedoch als leistungsfähig anzusehen, da sie über eine jeweiligen Jahresförderung von einer Million Tonnen Fett- und Gaskohle verfügten. Und man entschied sich aufgrund dessen die beiden Bergwerke doch nicht zusammenzulegen, was während der Weltwirtschaftskrise diskutiert wurde.

Die Zeche Bergmannsglück wurde während des zweiten Weltkriegs so stark beschädigt, sodass die Zeche Westerholt bis 1952 die Förderung übernehmen musste. Während der Kohlekrise in den 50er-Jahren wurden die Bergwerke Westerholt und Bergmannsglück dann doch fördertechnisch zusammengelegt. Dies geschah nachdem in Westerholt ein zentraler Förderschacht gebohrt wurde. Seit 1961 wird das Bergwerk nur noch als Außenschachtanlage der Zeche Westerholt genutzt. Des Weiteren kamen in der Nachkriegszeit viele Gastarbeiter aus verschieden Ländern nach Deutschland, die anteilsmäßig auch im Bergbau arbeiteten. Im Norden Gelsenkirchens beträgt der Migrantenanteil ca. 11,9% (Stand 2007) und seit 1990 gibt es in Hassel sogar eine klassische Moschee.

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Bevor wir im folgenden Text endgültig das Kapitel „Buer“ abschließen und auf weitere „Sehenswürdigkeiten“ eingehen, wollen wir ein wenig weiter ausholen. Denn passend zu der in den letzten Wochen erwähnten Frotzeleien zwischen Bueranern und Gelsenkirchenern, eröffnen wir nun mehr Runde zwei in „Meine höllischen Nachbarn“ und schauen ein paar Meter in Richtung Osten. Und zwar nach Westerholt, das offiziell zu Herten (Kreis Recklinghausen) gehört, doch ähnlich wie der Bueraner hat auch der Westerholter so seine Eigenart. Man hört es nicht gern, dass man zu Herten gehört, dann doch lieber nach Gelsenkirchen, was nicht zuletzt durch die gleiche Telefonvorwahl manifestiert wird. Viele Westerholter gehen auf die buerschen Gymnasien, kaufen hier ein und treiben sich am Wochenende in den hiesigen Kneipen herum anstatt in Herten auszugehen.

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Nach der Kneipentour letzte Woche durch Buer, wenden wir uns heute dem Kulturgut zu. Unmittelbar in der Nähe des Schalker Feldes steht eines der letzten erhaltenen Schlösser unserer Stadt:

Schloss Berge

Der Berger See dürfte jedem Schalker bekannt sein, schließlich fährt man von der A2 Ausfahrt Gelsenkirchen-Buer direkt daran vorbei und auch bei der Anreise mit der Straßenbahn aus nördlicher Richtung passiert man das 1930 aufgestaute Gewässer. Viele Gelsenkirchener nutzen das hiesige Naherholungsgebiet (ca. 73 Hektar) zum Joggen, zum vermeintlich spießigen Spaziergang mit der neuen Freundin oder der Familie, im schlimmeren Fall den erwähnten See zum romantischen Paddelboot- Ausflug oder im wiederum weniger spießigen Fall die vielen Rasenflächen zum sonntäglichen Pölen mit den Kollegen inklusive anschließendem Grillen. Und wahrscheinlich ist auch der ein oder andere während des jährlichen Sommerfestivals schonmal am Schloss oder zumindest vorbeigetorkelt. Um die Schnittmenge zwischen allen genannten Parteien noch ein wenig zu vergrößern bzw. um auch diese zu bedienen, die sich bisher noch nicht wiedergefunden haben, finden nun also auch noch jene Erwähnung, die im Abendbereich die Adenauerallee hoch und runterfahren um Gelsenkirchens bekanntesten Straßenstrich mal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Gibt es diesbezüglich eigentlich einen Zusammenhang zum französischen Garten des Schlosses?

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Heute widmen wir uns dem Stadtteil Buer, der allein aufgrund seiner Geschichte eine besondere Rolle spielt. Daher gibt es vorerst einen ersten Überblick und, falls jemand mal den Abend vor oder nach dem Kick dort verbringen möchte, eine Einführung in die Kneipenlandschaft, bevor wir in kommenden Wochen einzelne Themen herauspicken und buersche Sehenswürdigkeiten näher vorstellen:

Buer in Westfalen:

Das „Düsseldorf von Gelsenkirchen“, der Stadtteil der „Schönen und Reichen“? Ein bisschen was ist wohl dran an den vielen Bezeichnungen und dem besonderen Selbstverständnis der Bueraner, weshalb jenes Fleckchen Erde wohl nicht zu Unrecht einen entsprechenden Ruf hat. Welcher Stadtteil in Deutschland hatte immerhin bis 1985, knapp 60 Jahre nach der Zusammenlegung mit Gelsenkirchen von 1928, noch eine eigene Postleitzahl? Ein deutschlandweites Unikat bis dahin und mit Ausnahme von GE-Horst gehörten alle nördlichen Stadtteile, samt entsprechendem Zusatz im Namen, zu Buer. In den 20er-Jahren des vorherigen Jahrhunderts zählte die ehemalige Freiheit stolze 100.000 Einwohner und galt damals als Großstadt, heutzutage wohnen ungefähr 35.000 Menschen hier.

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