„Ein Großaufgebot der Polizei sowie der Verzicht auf Provokationen sollen dabei helfen, die als Hochrisikospiel eingestufte Partie reibungslos über die Bühne zu bringen.“ So schreibt Reviersport über das anstehende Spiel gegen Saloniki.

Und das heißt: Schuld an den Ausschreitungen sollen wieder einmal die Fans sein. Doch das bleibt – es gibt keinen Wahrheitsbeweis durch ständiges Wiederholen – in der Sache falsch. Wie selbst die Polizei zugeben musste, ist das Zeigen einer mazedonischen Ex-Flagge keine Straftat. Dennoch räumt sie nicht ein, die 87 Verletzten und die Eskalation vor drei Jahren selbst verursacht zu haben. Sondern schiebt sie mit solchen Formulierungen die Schuld den Opfern in die Schuhe. Wäre dem damaligen Einsatzleiter die deutsche Rechtslage bewusst gewesen, wäre nichts passiert.

Und es ist auch dem unverhältnismäßigen Vorgehen der Polizei vor drei Jahren zuzuschreiben, dass ein Fußballspiel nun aufgeladen und überlagert ist mit einem seit Jahren schwelenden Streit zwischen Griechenland und einem Staat, der nicht Mazedonien heißen darf, weil Griechenland das nicht will. Damals hing eine Fahne eine ganze Halbzeit, ohne dass Medien oder Gästefans sie zur Kenntnis genommen hätten. Vermutlich wäre das auch genau so geblieben. Gerade aber durch den Polizeieinsatz wurde ein Fußballspiel überhaupt erst zu einem Forum, bei dem eine Fahne, ein Banner oder anderes eine Aufmerksamkeit „genießt“, die anders wohl nie zustande gekommen wäre.

Nein, schuld sind hier nicht die Fans.

“Wir alle, auch die Polizei Gelsenkirchen, wollen die Bilder von 2013 nicht wieder sehen.” So sprach Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer über das vergangene und zukünftige Saloniki-Spiel. Doch Fehler räumt die Polizei bis heute nicht ein.

“Fest steht, dass die umstrittene Fahne keinen Straftatbestand erfüllt. Dies müssen alle zur Kenntnis nehmen und berücksichtigen.” So twitterte die Polizei Gelsenkirchen von der Pressekonferenz. Das lässt hoffen, man habe dazugelernt.

Doch eine Entschuldigung für die 87 Verletzten, von der ist nichts zu lesen oder zu hören. Ganz im Gegenteil: “Der gemeinsame Appell von Verein und Polizei an alle Fans lautet daher, sich friedlich zu verhalten, die eigene Mannschaft lautstark und emotional zu unterstützen, sich dabei nicht provozieren zu lassen und auch selbst nicht zu provozieren sowie sich von Gewalt und Gewalttätern zu distanzieren.” Also sind doch die Fans schuld, die – siehe oben – doch eigentlich gar nichts falsch gemacht haben.

Und noch eines oben drauf: “Eins muss klar sein, wir werden keine rechtsfreien Räume dulden …” – welche denn? Es gab doch keine strafbare Handlung? “… und gegen Strafttäter konsequent einschreiten.” Nur dann nicht, wenn die Straftäter aus den eigenen Reihen stammen. Alle Verfahren gegen Polizisten wurden kurzerhand und rasch eingestellt.

Wir haben auch einen Appell – an die Polizei: Geben Sie endlich zu, dass es – im Rückblick – eine falsche Entscheidung gewesen ist, wegen eines Stücks nicht rechtswidrigen roten Stoffs einen Block zu stürmen und mit “Multifunktionsstöcken” und Pfefferspray unterschiedslos auf Kinder und Jugendliche loszugehen. Ach ja, wie sagen Sie selbst? “Gewalt gegen Frauen, Kinder und Familien ist nicht tolerierbar.” Zugegeben, in einem anderen Zusammenhang, aber in der gleichen Pressekonferenz.

Entschuldigen Sie sich drei Jahre nach einem menschlichem Fehler mit tragischen Folgen bei den Opfern dieses Einsatzes, denn auch wir sind Ihrer Meinung: “Gewalt hat im Stadion nichts zu suchen.” Auch nicht durch die Polizei.

Das Schalker Heimspiel gegen Paok wurde, wie heute bekannt gegeben wurde, um einen Tag vorverlegt und auch noch auf 18 Uhr terminiert. Das nährt naturgemäß im Netz Verschwörungstheorien.

Das gehe auf die Polizei zurück, so wird vermutet. Man wolle so verhindern, dass Griechen anreisen – die ihre Reise vermutlich schon gebucht haben dürften. Verein und UEFA haben da mitgespielt – mussten sie ja, wenn man bedenkt, wie schwer es sonst ist, ein Spiel verlegen zu lassen. Die UEFA hat sich bisher gegen so etwas immer gesperrt.

Natürlich ist es nicht verwerflich – ganz im Gegenteil -, dass Polizei und Verein sich Gedanken machen, wie sie die Zuschauer schützen sollen. Da darf auch eine Spielverlegung nicht tabu sein. Doch warum erst jetzt? Die Weiberfastnacht gibt es schon seit 1824 und findet immer am Donnerstag vor Aschermittwoch statt. Anders gesagt: Der Termin ist seit fast 200 Jahren bekannt und sollte eigentlich niemanden überraschen.

Doch warum auch noch 18 Uhr? Ein ungewohnter Zeitpunkt in einer Fußballwelt, wo die Fußballverbände und die Fernsehsender eigens Personal abstellen, dass ja zur gleichen Sekunde angepfiffen wird – so lange er nicht von Außen Grünes Licht bekommen hat, darf ein Schiedsrichter gar nicht anpfeifen. Die Uhrzeit wurde nicht erklärt.

Hinzu kommt: Die Verletzungen, die die Fans in der zu schützenden Kurve erlitten, wurden nicht durch die griechischen Fans verursacht, sondern von den drei Kohorten, die mit grenzwertiger Schlagkraft in die Nordkurve stürmten. Dass die Anhänger aus Paok die Nordkurve hätten stürmen wollen, gehört in das Reich der Mythen, wie sich herausgestellt hat, egal, wie es in dem Moment dem Einsatzleiter dargestellt hat. Ein weiterer Grund, sich über die Kurzfristigkeit der Maßnahme zu wundern.

Zwei Dinge zeigt dieses schwach bis gar nicht erklärte Vorgehen aber deutlich: Zum einen, dass es von Seiten der Polizei immer noch keine Fehlerkultur gibt oder gar das Vermögen, ihren Fehler auch nach drei Jahren einzugestehen. Zum anderen, dass der Verein entgegen aller Beteuerungen weiterhin willig alles tut, was die Polizei verlangt – egal, ob es gut begründet und sinnvoll ist oder nicht.

(ae) Am Ende der gestrigen Verhandlung gab es zumindest ein glückliches Gesicht im Sitzungssaal A 140 im Landgericht Bochum. Ender Ulupinar zeigte sich zufrieden, denn seine Chancen im Streit gegen den Schalker Fanclub Verband (SFCV) – dessen Aufsichtsratsvorsitzender er bis vor kurzem noch war, bevor er sein Amt im Zwist niederlegte – waren gestiegen. Es folgt ein Augenzeugenbericht von Astrid, die der öffentlichen Verhandlung beiwohnte und die Dinge aus ihrer Sicht schildert.

Doch um was ging es eigentlich in diesem Verfahren? Es ist lange nicht das einzige Streitthema zwischen Ender Ulupinar und dem SFCV, die Auseinandersetzung wird aktuell in mehreren Verfahren und auch staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen geführt. Diesmal aber ging es um die Nutzung der beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragenen bzw. noch einzutragenden Marken des SFCV. Ender Ulupinar, selbst Geschäftsführer der Schalke Fan Feld GmbH, hatte im August 2012 einen Lizenzvertrag mit dem SFCV geschlossen, der der Schalke Fan Feld GmbH u.a. die werbetechnische Nutzung des SFCV-Logos gestattete.

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Eigentlich mag ich mich mit diesem Thema gar nicht beschäftigen, möchte es am liebsten ignorieren und so tun als wäre dieser Club gar nicht da. Einfach Scheuklappen auf und weg. Mich beschleicht immer das Gefühl, dass jeder Gedanke, jedes Gespräch, jede Diskussion über diesen Retortenclub deren Zweck dient, nämlich ins „Rampenlicht zu treten“. Wie sagt man immer so schön: Es gibt keine negative Publicity! Das will ich ja eigentlich gar nicht, ich will denen keine Bühne bieten. Am liebsten möchte ich, dass dieses Konstrukt ganz aus dem deutschen Fußball verschwindet, nicht nur aus der ersten Liga sondern ganz. Niemand soll dort ins Stadion, niemand soll den Fernseher einschalten, niemand soll Interesse haben dort zu spielen. Dann verliert Herr Mateschitz das Interesse an seinem Spielzeug und schließt seine Filiale im deutschen Fußball. Da wir aber in naher Zukunft dort spielen und Leipzig seit dem letzten Spieltag Tabellenführer ist, stößt man zwangsläufig darauf.

Aber was genau ist denn nun eigentlich der Anstoß zu der bundesweiten Ablehnung, wieso hassen eigentlich alle diesen Aufsteiger?

Dieser Club wurde künstlich aufgepumpt, mit Geldern, die aus eigener Kraft nie hätten erwirtschaftet werden können. Da hilft es auch nichts, dass Ralf Rangnick in einem Interview mit der Süddeutschen bekannt gibt, dass dort kein Spieler mehr als drei Millionen verdienen würde. Man würde sich mit den Personalkosten gerade man im Mittelfeld der Liga befinden (siehe hierzu auch: suddeutsche.de). Selbst wenn das stimmt, dass Ihre Spieler „nur“ drei Millionen verdienen, Herr Rangnick, erklären Sie mir doch bitte einmal, welchen Verein Sie kennen, der innerhalb von sieben Jahren ein Budget zur Verfügung hat, der für das Mittelfeld der ersten Bundesliga reicht?! Abgesehen davon sollte man sich auch mal die Ablösesummen anschauen, die Leipzig zahlt, um die Spieler überhaupt zu holen. Da wird sicher auch das ein oder andere Handgeld dabei sein, um das „geringe“ Gehalt auszugleichen. Nachdem man in der Rückrunde der Saison 2015/2016 nicht auf den Aufstiegsplätzen stand, wurde in der Winterpause mehr Geld in den Kader investiert als in der ganzen Liga zwei zusammen und mehr als die meisten Bundesligisten. Nach dem Aufstieg kaufte man in der Sommerpause laut transfermarkt.de Spieler für ca. 50 Millionen.

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Vor einigen Monaten wurden Seitens der DFL die Pläne bestätigt neue „Ausweichtermine“ für die International antretenden Vereine schaffen zu wollen. Neben den verhassten und bereits lang und breit kommentierten Montagsspielen, sollen nun auch fünf Saisonspiele Sonntags um 13:30 Uhr stattfinden. Diese Anstoßzeit schadet dem in vielen Fällen gleichzeitig stattfindenden Amateurfußball und ist nur mit weiterer (TV-)Geldgier zu rechtfertigen, da sportlich nichts gegen ein weiteres 15:30 Uhr Spiel sprechen würde. Der DFB (der dieser neuen Regelung ebenfalls zugestimmt hat) untergräbt damit mal wieder seinen sozialen Auftrag die kleinen Vereine bei der wichtigen Arbeit zu unterstützen. Hans Molitor, Vorsitzender des Verbandsligisten TuS Mayen, hat sich heute in einem lesenswerten offenen Brief an den DFB gewandt und mehr Solidarität mit den unterklassigen Vereinen gefordert.

Hier findet ihr den offenen Brief: focus.de

Und hier findet ihr ein Artikel zu den Plänen der DFL: welt.de