„Ein Österreicher ruft und ihr folgt blind, wo das endet weiß jedes Kind. Ihr wärt gute Nazis gewesen!“ So zu lesen auf einem Spruchband in Aue. Darf man das? Zu hart? Hat ein solches Spruchband etwas im Fußball verloren? Die Antwort ist einfach und lautet: Nein. Das darf man nicht. Nichts, aber auch gar nichts erlaubt einen solchen Vergleich mit einem faschistischem System, das 6 Mio. Menschen kaltblütig ermordet hat und verantwortlich für den Tod von weiteren zig Millionen im Krieg war.

Dennoch ist es interessant, wie einfach man auf Parallelen stößt, wenn man sich mal die Mechanismen anschaut, auf denen das Konzept RB Leipzig nebst seinen Folgen basiert. Da kann man leicht auf solch abstoßende Gedanken kommen wie den Nazi-Vergleich. Damit meine ich nicht die dumpfe Attitüde mit dem Österreicher, das ist selbst mir zu platt (und das will etwas heißen, ja).

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In Hannover boykottiert die aktive Fanszene aufgrund von Streitigkeiten mit der Clubführung und verächtlicher Äußerungen vom H96-Präsident Martin Kind („Ein Teil unserer Fans sind Arschlöcher“) seit Saisonbeginn die Spiele der ersten Mannschaft. Auf das so entstandene Support- und Punkte-Vakuum reagiert Kind nun mit einem offenen Brief an die Fans, in dem er u.a. „neue Gruppen, die die anderen Fans mitreißen“ beschwört.

Eine kritische und lesenswerte Antwort auf dieses Vorgehen findet ihr hier: turus.net

Bei dem ersten Spiel der Rückrunde gegen Hannover dürfte im Gästeblock wohl die gleiche Tristesse vorherrschen, die schon das Hinspiel zu einem Heimspiel in Hannover machte. Für das weitgehende Fehlen akustischer und optischer Unterstützung ist der Rückzug großer Teile der Fanszene zum Ende der letzten Saison verantwortlich. Die Gründe dafür sind vielfältig und haben sich über die Zeit angestaut, drehen sich aber letztendlich immer um die gleiche leidige Personalie: Martin Kind. 

Der 70 Jahre alte Hörgeräteunternehmer, in Teilen Fußballdeutschlands als populistischer Gegner von 50+1 bekannt, war sich selten zu schade, seine eigenen Fans vor den Kopf zu stoßen.

Neben dem immer schwelenden Konflikt um den Einsatz von Pyrotechnik ging es zum Beispiel um die Fahne mit dem Konterfei von Fritz Haarmann (nachzulesen bei 11Freunde); ein andermal beschimpfte Kind Teile der Anhänger direkt als „Arschlöcher“. Das Tuch wurde dann endgültig zerschnitten durch die Geschehnisse rund um das Auswärtsderby in Braunschweig: Der Verein wollte die Käufer einer Eintrittskarte zu einer damit verbundenen Busanreise verpflichten, gegen die viele Inhaber einer Auswärtsdauerkarte kurzfristig vor Gericht zogen. Das Ganze entwickelte sich zu einer absurden Posse, als 96 das Verfahren verzögerte und sich die Entscheidung auf einen Zeitpunkt nach dem Spiel verschob, die letztendlich zugunsten der Fans ausfiel. Dieses dreiste Verhalten gegenüber den eigenen Fans brachte das Fass letztendlich zum Überlaufen.

Nach der Auflösung des Fan-Dachverbandes „Rote Kurve“ und dem Ausbleiben eines Dialogs scheinen die Fronten weiterhin verhärtet. Wer sich weiter informieren will, kann sich die gute NDR-Reportage zu dem Thema angucken (Quelle: www.ndr.de) oder die Facebookseite „Kind muss weg“ besuchen (facebook.com).

Der Einsatz bei dem Spiel FC Ingolstadt II und Eintracht Bamberg im Juli 2013 wird zumindest für einen Polizisten folgen haben. Dieser Polizist hat nach einem Schlagstockeinsatz nachweislich einen falschen Bericht abgeliefert. Dank eines Videos eines Bamberger Fans konnte der Polizist doch noch überführt werden und wurde nun vom Amtsgericht in Ingolstadt zu 16 Monaten Bewährung verurteilt.

Weitere Informationen findet ihr hier: Repressionsfonds Nordkurve

Da ist das Feindbild klug gewählt. Finden sie doch gerade in der heutigen Zeit eine breite Zustimmung, auch in der Mitte der Gesellschaft. Erst beim genaueren Hinschauen ist bemerkbar, welche radikalen Ziele sie verfolgen. Salafisten sind für sie nur die Spitze des Eisbergs, mehrheitlich sind sie der Meinung, Türken und Muslime haben in unserer Gesellschaft nicht zu suchen.

Am Sonntag den 26. Oktober findet in Köln eine Gegendemonstration gegen die Demo der HoGeSa statt. Angemeldet wurde die HoGeSa Demo unter anderem von der rechten Partei Pro NRW.

Dagegen sollten auch wir protestieren. Stand jetzt beginnt die Gegendemonstration um 14.00 Uhr vor dem Kölner Dom. Da sich Uhrzeit und Ort noch ändern können, muss auf Ankündigungen geachtet werden. Hier gibt es weiter Informationen.

Kein Veedel für Rassismus

Wir bleiben am Ball, werden zeitnah darüber berichten und planen zudem ein Interview mit Olaf Sundermeyer zu diesem Thema

Dass der Vorstoß, die DFL die Polizeieinsätze bezahlen zu lassen, verfassungswidrig sein dürfte, hatten wir schon einmal an anderer Stelle erwähnt. Heute lassen wir mal einen Bremer das Ganze beleuchten – mit sehr interessanten neuen Aspekten.

Hier geht es zum Artikel: Thilos Blog