Lediglich zwei Siege in sieben Pflichtspielen kann Schalke bisher für sich verbuchen. In der Liga stehen wir ganz ohne Punkte da.

Fatale Fehler ziehen sich durch die Spiele. Von mentalen Schwächen und fehlendem Selbstbewusstsein reden sowohl Spieler als auch Management und Trainer. Da frage ich mich wo diese herkommen, denn einige von den so genannten individuellen Fehlern sieht man bereits vom ersten Spiel an. Da schleichen sich die Gegner im Rücken weg und stehen alleine im oder am Strafraum, auf den Flügeln stehen Spieler gefühlte Stunden alleine rum und werden nicht angespielt, Flanken sind Geschenke für jeden Torhüter oder Abwehrspieler, Torszenen waren eher Mangelware. In Hoffenheim hat der Gästeblock losgelegt wie die Feuerwehr und auch nach dem Gegentor haben wir noch an die Mannschaft geglaubt, die Mannschaft aber wohl nicht an sich. Dennoch kann ich es nicht alleine auf die Mannschaft schieben, denn auch das viel angekündigte neue System kann ich nicht sehen. Seit Jahren lässt sich der Gegner komplett in die eigene Hälfte fallen und wir spielen uns munter den Ball hin und her. Torgefahr entsteht jedoch nur selten. Häufig entstehen daraus gefährliche Konter, die wir nicht zu verhindern wissen. Erkämpfen wir uns den Ball in der eigenen Hälfte, rücken wir eher träge raus, der ballführende Spieler traut sich nicht das direkte Duell zu suchen, sondern wartet darauf, dass der Rest der Mannschaft irgendwann rausgerückt ist oder sucht den Freistoß. Meist geht der Pass dann hintenrum und der Gegner kann sich in aller Ruhe wieder sortieren und auf die nächste Chance warten.

Dennoch mag ich noch nicht aufgeben. Winzierl und Heidel waren für viele von uns die richtigen. Die Mannschaft wurde komplett umgekrempelt und viele von den Transfers wurden begrüßt. Den ein oder anderen tollen Spielzug durften wir auch bereits sehen.

Allerdings gilt es jetzt sowohl für Mannschaft als auch für uns nicht in eine Spirale zu geraten. Wir sollten uns nicht von den Medien in eine „Megakrise“ reden lassen oder in eine Trainerdiskussion begeben. Die Mannschaft hat am Sonntag sowohl von uns als auch von Heidel eine ordentliche Ansage bekommen, es sollte jeder der Spieler verstanden haben, was wir von ihnen erwarten: Leidenschaft und Kampf. Es hilft niemandem wenn noch vor Anstoß gepfiffen oder die Mannschaft beschimpft wird.