Lage und Allgemeines:

Krasnodar mit seinen ca. 765.000 Einwohnern befindet sich in Südruss­land an den Ausläu­fern des Kaukasus, etwa 100 km vom Schwarzen Meer entfernt, am Fluss Kuban, 21 bis 34 m über NN. Die Kuban-Region um Krasnodar gehört zu den bestentwickelsten Regionen des Landes bezogen auf Bildung, Wirtschaft und Verkehr.

Klima:

Wer befürchtet, dass er nach unserem Spiel im sommerlichen Nizza im Oktober bereits die Schneeklamotten einpacken muss, um mit unserem S04 nach Russland zu reisen, kann nun aufatmen. Krasnodar weist ein submaritimes Klima auf, so dass auch im Oktober die Durchschnittstemperaturen noch zwischen 6°C und 17 °C liegen. Auch der Niederschlag hält sich in dieser Zeit noch durchaus in Grenzen. Aufgrund der guten Lage wird die Region Krasnodar auch die Riviera Russlands genannt.

Sehenswürdigkeiten:

Die „uliza krasnaja“

Das Zentrum des öffentlichen Lebens ist bestimmt die „uliza krasnaja“. Dieser ca. 6 km lange Boulevard ist die Heimat zahlreicher Bars, Cafes, Märkte, Brunnen, Denkmäler, kultureller Einrichtungen wie Theater und Museen, Einkaufszentren und Hotels. In der Mitte befindet sich ein Flanierbereich mit viel Grün ringsherum, welcher zum Verweilen einläd. An Wochenenden ist „uliza krasnaja“ (was man mit „die schöne / prächtige Straße“ übersetzen kann) für den Autoverkehr gesperrt und gehört allein den Fußgängern, Radfahrern und Skatern. Auch viele Einheimische genießen das Treiben auf dem Boulevard. Besonders stimmungsvoll ist die „uliza krasnaja“ abends, wenn die Gebäude und Brunnen beleuchtet sind und viele Künstler und Musiker ihr Können zum Besten geben.

Denkmal Katharina II.

Am Ende der „uliza krasnaja“ thont das Denkmal für Katharina II. Die Stadtgründerin und russische Zarin schenkte das damals noch bewaldete Land rechts des Flusses den Schwarzmeerkosaken als Dank für ihre Verdienste um die Krone. Die neugegründete Stadt erhielt zunächst den Namen Jekaterinodar“ was soviel wie Geschenk Katharinas bedeutet. Erst 1920 wurde die Stadt in Krasnodar umbenannt.

Krasnodar kulinarisch

Die Bars und Restaurants auf der „uliza krasnaja“ laden ein, auch mal die einheimische, russische Küche zu probieren. Hier dominieren vor allem Borschtsch (Eintopf aus Fleisch, roter Beete, Weißkohl und Kräuter) und ähnliche Eintöpfe wie Soljanka (säuerlich-scharfe Suppe mit Fleisch) und Rassolnik (salzig-saure Suppe mit Rindfleisch und Salzgurken). Ebenfalls sehr beliebt und in allen möglichen Varianten zu finden sind Blinis. Am besten kann man diese Teigspeise mit Pfannkuchen oder Crepes vergleichen, die mit Zutaten nach Wahl gefüllt werden. Hier sind der Kreativität nahezu keine Grenzen gesetzt. Blinis werden sowohl als Beilage als auch als Hauptspeise oder Dessert gegessen.

Unser Gegner: FK Krasnodar

Anders als unser S04 kann der FK Krasnodar auf keine lange Geschichte zurückblicken. Der Club wurde erst im Jahr 2008 von Sergei Galizki, seines Zeichens Besitzer des russischen Einzelhandelskonzerns Magnit, gegründet. Begünstigt dadurch, dass mehrere Vereine in den Folgejahren aufgrund der Finanzkrise im Land ihre Mannschaften zurückzogen, konnte der FK Krasnodar bereits im Jahr 2010 den Aufstieg in die höchste russische Spielklasse, der Premjer Liga, feiern. Erste internationale Erfahrungen sammelte der Club in der erfolgreichen Qualifikation sowie der Gruppenphase der UEFA Europa League 2014/15. Ein Jahr später schaffte Krasnodar sogar die Gruppenphase, scheiterte aber im Sechszehntelfinale an Sparta Prag. In der vergangenen Saison sicherte sich der Club den vierten Platz in der Abschlusstabelle und setzte sich in der 3. Qualifikationsrunde und den Play-offs zur Europa League erneut durch. Das erste Spiel der diesjährigen Gruppenphase gewannen sie 1:0 in Salzburg, das zweite 5:2 im Heimspiel gegen Nizza. Somit steht Krasnodar vor Schalke auf Platz 1 in der Gruppe I.

Planmäßig soll in den kommenden Tagen das neue Stadion von FC Krasnodar, das primär für die Weltmeisterschaft gebaut wurde, eröffnet werden. Bisweilen spielt der Club im Stadion des „echten“ Vereins der Stadt – Kuban Krasnodar, die mittlerweile in Liga zwei verdrängt wurden. Das Kuban Stadion wurde bereits 1960 in der Stadt erbaut und bot 20.000 Zuschauern Platz. Die Hintertortribünen sind jeweils eine Kurve, die unverbunden zu der Haupttribüne und Gegengerade stehen. Den beiden letztgenannten ist im Rahmen von Erneuerungsarbeiten im Jahr 2001 jeweils ein zusätzlicher Rang hinzugefügt worden, wodurch sich die Kapazität verdoppelte. Ebenso erhielt die Spielstätte Flutlichtmasten und VIP-Plätze. Eine Überdachung besitzt das Stadion derzeit nicht. Im Gesamtbild ergibt sich hier für einen Bundesligisten definitiv eine nicht alltägliche Spielstätte. Da neben dem neuen Stadion für FC Krasnodar auch weitere Renovierungsmaßnahmen für das Kuban Stadion geplant sind, die aus dem Stadion eine weitere Standardarena machen sollen, scheint der Spieltermin nahezu optimal zu liegen.

Auch wenn unser Gegner über keine nennenswerte Fanszene verfügt, sollte klar sein, dass aufgrund von Kuban Krasnodar dennoch eine Fanszene in der Stadt sein wird. Gerade wenn es in ein Land wie Russland geht, muss sich jeder Reisende bewusst machen, dass man bei solchen Europapokaltouren in andere Kulturkreise verstößt, in denen gegebenenfalls ein anderer Umgang mit dem Thema Fußball üblich ist. Exportiert man hier seine eigenen Verhaltensweisen komplett bedenkenlos kann das unter Umständen zu einer Reaktion führen, über deren Verhältnismäßigkeit man wohl andere Ansichten als sein Gegenüber haben wird. In Krasnodar ist Vorsicht statt Nachsicht anzuraten, so dass unbeschadet in den kommenden beiden Spielen gemeinsam ein großer Schritt zur KO-Runde in unserem Eurofighterjubiläumsjahr gemacht werden kann.