1. Kannst du dich kurz vorstellen?
Mein Name ist Dennis „Elton“ Steckel. Ich bin 38 Jahre alt, staatlich gepr. Betriebswirt und derzeit tätig als geschäftsführender Gesellschafter. Seit über 20 Jahren folge ich unserem Verein durch die Stadien dieser Welt. Viele
Jahre davon als Allesfahrer, berufsbedingt derzeit nur als Vielfahrer (34+). Anzutreffen bin ich an Spieltagen in der Südkurve, bei Auswärtsspielen im Stehplatzbereich.

Wenn ich nicht gerade unserem Verein hinterher reise, engagiere ich mich in der Fanclubarbeit als Vizepräsident eines grösseren Vereins.

2. Warum hast du dich für den Wahlausschuss beworben?
Ich stelle mich zur Wahl, weil ich uns Mitgliedern eine Stimme geben möchte. Bedingt dadurch, dass unser Verein sich jeden Tag ein Stückchen mehr von uns als Mitglieder entfernt, ist es notwendig dem entgegenzuwirken. Der Wahlausschuss ist das einzige Gremium, welches derzeit direkt von uns gewählt wird. Mir ist durchaus klar, dass eine Stimme allein im Wahlausschuss wenig bewegen kann, aber sollte die Chance bestehen, auch nur einen AR-Kandidaten zur Wahl zuzulassen, der ein wenig mehr als die anderen Kandidaten im Sinne der Mitglieder und somit im Sinne des Vereins handelt, möchte ich gerne daran mitwirken.

3. Warum sollten Schalker ausgerechnet dich wählen?
Eigenlob stinkt….warum sollten mich die Mitglieder wählen….Seit mehr als 10 Jahren engagiere ich mich in der Vereinspolitik unseres Vereins. Erwähnenswert hierbei ist vielleicht die Entwicklung des Leitbildes an der ich mitgewirkt habe, oder diverse Kartenpreisrunden, in denen wir (mein Fanclub) zusammen mit den anderen Fan-Orgas und Fans schlimmeres verhindert haben. Jepp, 5 Preiserhöhungen hintereinander fällt leider schon in die Kategorie „schlimmeres verhindert“. Das Erlebnis Schalke muss für jeden bezahlbar bleiben. Schon heute ist es schwierig für kleine Familien sich einen Stadionbesuch zu erlauben. 3 Karten, 3 Würstchen, 2 Bier für den Vadda wahlweise auch für die Mudda, usw. und schon sind schnell über 100 Euro weg. Gerade in Zeiten wo die Ticketeinnahmen nur noch einen Bruchteil der Gesamteinnahmen ausmachen, ist es unnötig das letzte Geld aus den Fans herauszuquetschen. Ebenso ist es für mich unverständlich, wovor sich manche Leute in den Vereinsgremien fürchten. Der Vorstand führt die Geschäfte, der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand und der Wahlausschuss schlägt die Kandidaten für den AR vor. Wo kommt also diese Furcht vor dem Wahlausschuss her ? Glauben manche Leute wirklich, dass der Wahlausschuss anstatt nach besten Wissen und Gewissen zu entscheiden, irgendwann vier abgebrannte Alkoholiker für den AR zur Wahl zulässt ? Ich denke nicht. Aber der Wahlausschuss ist für mich persönlich das einzige Gremium, welches die Mitglieder vertritt und von diesen auch direkt gewählt wird. Das letzte Gremium mit direkten Einfluss der Mitglieder. Hier möchte ich mich einbringen, denn für mich gehört der Verein den Mitgliedern, gestern, heute und auch morgen.

4. Was macht für dich einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?
Ein guter Aufsichtsratskandidat kennt unseren Verein in all seinen Facetten, schaut dabei auch mal über den Tellerrand und bremst ggf. den Vorstand aus, wenn dieser mal über das Ziel hinaus schiesst, oder ermutigt ihn neue Wege zu gehen. Hierbei ist die Qualifikation erst einmal zweitrangig, was nützen 20 Jahre Erfahrung als Vorstandsvorsitzender eines großen Unternehmens, wenn man nicht versteht, welch weitreichenden Folgen so manche Entscheidung auf Schalke hat. Für mich kommt es auf starke Charaktere an, die auch mal bereit sind neue Wege zu gehen, aber dabei die Interessen der Mitglieder nicht aus den Augen verlieren.

5. Wie beurteilst du die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?
Ganz ehrlich, die Arbeit des Aufsichtsrates in den letzten 3 Jahren ist durchwachsen. Sei es das Trainerkarussell, welches sich auf Schalke immer schneller dreht, noch die Scharmützel innerhalb des AR, die dann letztenendes vorm Landgericht landen und somit auch in der Öffentlichkeit und Presse. Hier wünsche ich mir, dass man aufeinander zugeht, das eigene Ego zurückstellt und gemeinsam erfolgreich für unseren Verein arbeitet.

6. Wie beurteilst du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren?
Viel möchte ich dazu nicht sagen. Der amtierende Wahlausschuss (in Teilen) hat sich meiner Meinung nach, durch die Nichtzulassung von Uwe Kemmer und Ingolf Müller das Leben selbst schwer gemacht, schliesslich wurden, die beiden von der Mitgliederversammlung gewählt und sollten ggf. auch nur von der Mitgliederversammlung wieder abgewählt werden. Umso mehr hat mich daher die Zulassung von Uwe Kemmer in diesem Jahr überrascht. Nein, nein, okay jetzt doch….. Wie gesagt, die Mitgliederversammlung wählt den Wahlausschuss, somit obliegt es ihr die Arbeit des Wahlausschusses zu beurteilen und ggf. einen neuen Wahlausschuss in Gänze oder in Teilen zu wählen.

7. Sollte man den Wahlausschuss reformieren? Wenn ja, wie?
Die Reform des Wahlauschusses fand doch bereits im letzten Jahr statt. Die entsprechenden Satzungsänderungen greifen erstmals auf dieser Mitgliederversammlung. Die Einführung eines einmalig rollierenden Systems, mit Amtszeiten nach Stimmenanzahl, wurde im letzten Jahr seitens der Vereinsführung ausdrücklich begrüßt. Somit besteht überhaupt keine Notwendigkeit eine erneute Reform durchzuführen. Betrachtet man den eingebrachten Satzungsänderungsantrag, so wird man feststellen, dass dieser Antrag nichts anderes darstellt, als die Beschneidung der Rechte und des Einflusses der Mitgliederversammlung. Wenn nur noch die Hälfte der Wahlausschussmitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt wird, können die Vetreter aus Sportbeirat, Vorstand, Ehrenrat usw. jeden kritischen oder unangenehmen Kandidaten durch eine Pattsituation verhindern. Ich würde mir wünschen, dass die Antragsteller, diesen Antrag zurücknehmen und den Mitgliedern die Hand reichen. Gräben haben wir in den letzten Jahren genug gehabt…..Zeit, dass sich was ändert und alle daran arbeiten unseren Verein nach vorne zu bringen, anstatt Zeit und Ressourcen darauf zu verschwenden, ihren Einfluss hier zu sichern oder ihre Stimme dort. Schalke hat die Ruhe verdient, mehr denn je.