1. Kannst du dich kurz vorstellen?
Gerne.
Mein Name ist Stefan Schorlemmer, 51 Jahre, verheiratet, 1 Sohn. Geboren und aufgewachsen in Herne, lebe und arbeite ich seit vielen Jahren als Geschäftsführender Gesellschafter und Dipl. Designer in Münster.
Ich bin seit 1969 Mitglied des FC Schalke 04 und an Spieltagen wird man mich auch weiterhin in der Nordkurve und dort meist in Block N3 an treffen.

2. Warum hast du dich für den Wahlausschuss beworben?
Ich war bereits in der nun zurückliegenden Legislaturperiode Mitglied des Wahlausschuss und durfte in dieser Zeit auch den Vorsitz des Gremiums innehaben. Es war zeitweise keine leichte Aufgabe, das hatte ich aber auch nicht erwartet.

In den vergangenen fünf Jahren habe ich gelernt, dass es sich lohnt, für und um unseren Verein zu kämpfen. Und auch wenn man es leider nicht immer allen Menschen recht machen kann: Ich würde gerne noch etwas weiter kämpfen.

3. Warum sollten Schalker ausgerechnet dich wählen?
Im meinem Beruf habe ich seit vielen Jahren verantwortlich mit der Einschätzung, Bewertung und Auswahl von Bewerbern für mein Unternehmen zu tun. Unser Betriebsklima und die geringe Fluktuation zeigen mir, dass ich mich auf meine Einschätzung gut verlassen kann.

Als langjähriges Mitglied des FC Schalke 04 weiß ich gut, um welche Ziele ich kämpfen möchte. Ich weiß aber ebenso, dass es keinen Sinn macht mit dem Kopf durch die Wand zu wollen. Ich bin beinahe immer an gemeinsamen Lösungen interessiert, bei denen alle Beteiligten ihr Gesicht wahren können.

4. Was macht für dich einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?
Hier möchte ich gerne exakt jene Antwort einfügen den ich auch auf der offiziellen Vereins-Homepage gegeben habe.

Ich wünsche mir weiterhin Kandidaten – und endlich auch einmal Kandidatinnen – die mit ihren Qualitäten gut für Schalke sind: wirtschaftlich unabhängig und in der Lage, dieses Amt mit Verlässlichkeit, Verantwortung und Rückgrat auszuüben. Zunächst allerdings muss es uns allen – Fans, Mitgliedern und Gremien – wieder gelingen, ein Klima zu schaffen, in dem Schalker überhaupt noch bereit sind sich für ein Ehrenamt in unserem tollen Verein zu bewerben. Wir müssen miteinander vernünftig umgehen. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.

5. Wie beurteilst du die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?
Das es in den letzten Jahren im Aufsichtsrat nicht immer harmonisch zuging, ist für alle erkennbar gewesen. Ich bin aber grundsätzlich der Meinung, dass ein Gremium dieser Größe auch mit unterschiedlichen Meinungen starker Persönlichkeiten umgehen können muss.

Wenn verschiedene Ansichten aufeinandertreffen so hat dies nichts mit Opposition zu tun. Alle Beteiligten wollen aus Ihrer Sicht das Beste für den FC Schalke 04 und sind für Ihre Ziele von den Mitgliedern gewählt worden.
Letztlich haben wir alle erfahren, dass die wichtigen Entscheidungen auch in den letzten Jahren getroffen werden konnten. Allerdings würde ich es begrüßen, wenn dies zukünftig wieder unbemerkter geschehen könnte.

6. Wie beurteilst du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren?
Dieser Wahlausschuss war zunächst einmal aktiver, als viele vor ihm.

Er hat seine Geschäftsordnung in weiten Teilen neu gefasst und diese als erstes Gremium des FC Schalke 04 auch veröffentlicht (Nachahmer gewünscht). Die im vergangenen Jahr mit großer Mehrheit verabschiedete Reform des Wahlausschuss, wurde von Mitgliedern des Gremiums entscheidend mitentwickelt und von allen Vertretern des Wahlausschuss im vergangenen Jahr zur Abstimmung gestellt.

Weiterhin hat der Wahlausschuss trotz – aus meiner Sicht – gelegentlich unsportlichem Verhalten Einzelner, stets versucht den Dialog mit allen Verantwortlichen im Verein aufrechtzuhalten.

Es macht aber auch keinen Sinn drum herum zu reden.

Speziell im vergangenen Jahr, wurden teilweise absurde Szenarien heraufbeschworen, die sämtlich nicht eingetreten sind.

Etwas mehr gegenseitiges Vertrauen würde uns allen gut tun und einiges an blauweißem Porzellan hätte nicht zerschlagen werden müssen.

Ich stehe unabhängig von meiner persönlichen Meinung, auch weiterhin zu jeder Entscheidung des Gremiums in den vergangenen drei Jahren.

7. Sollte man den Wahlausschuss reformieren? Wenn ja, wie?
Der Wahlausschuss ist das letzte Gremium unseres Vereins, über dessen Zusammensetzung ausschließlich die Mitglieder entscheiden. Dies muss meiner Ansicht nach auch so bleiben.

Wenn alle Entscheidungen in mehr oder weniger geschlossenen Kreisen gefällt werden, erlahmt das Interesse Vieler unseren Verein aktiv mitzugestalten – und das wäre fatal.

Die Zusammensetzung des amtierenden Wahlausschuss ist ein Abbild der Stimmung im Jahre 2014, in dem der ein oder andere Verantwortliche zuvor nicht gemerkt hat, dass der Bogen überspannt wurde. Wir müssen den gleichen Bogen nicht erneut testen.

Die Mitglieder haben bereits im vergangenen Jahr, eine Reform zum Wahlausschuss verabschiedet. Das rollierende System bringt eine hohe Stabilität und verhindert zukünftig radikale Veränderungen in der Zusammensetzung des Gremiums, aufgrund einzelner Ereignisse.

Die jetzt gültige Regelung ist bisher nicht einmal zum Einsatz gekommen, wir sollten ihr eine Chance geben.