1. Kannst du dich kurz vorstellen?
Mein Name ist Thomas Purwin, ich bin 35 Jahre alt, von Beruf Leiter des Standesamtes in Bocholt, bin ledig – aber liiert – und habe eine 2 ½ Jahre alte Tochter. Ich bin aktiv im karnevalistischen Tanzsport als Betreuer (Öffentlichkeitsarbeit) und bin politisch aktiv und nebenamtlicher Dozent an der Akademie für Personenstandswesen.

2. Warum hast du dich für den Wahlausschuss beworben?
Ich selber hatte bis vor kurzem nicht mit dem Gedanken gespielt, mich für einen Posten auf Schalke zu bewerben, da ich mit all meinen Interessen gut ausgefüllt war. Vor einem halben Jahr habe ich mich nach massiven Drohungen gegen mich – und insbesondere gegen meine Familie – aus der Politik zurückgezogen. Dieser Schritt hat bundesweit Schlagzeilen gemacht. Herr Hartmann, Leitender Mitgliederbeauftragter auf Schalke, ist daraufhin an mich herangetreten und wir haben uns sehr lange und ausführlich unterhalten.

In diesem Gespräch stellte ich fest, dass ich mich für den FC Schalke 04 engagieren und mich einbringen möchte. Ich stelle mich daher der Wahl als Mitglied des Wahlausschusses, um in diesem Gremium als Vertreter aller Mitglieder, aller Fans diesen Menschen eine Stimme und auch Gehör zu geben.

Ich bin ungebunden, gehöre keinem Gremium und keiner Gruppierung an und kann mich somit voll und ganz auf meinen Menschenverstand, meine Menschenkenntnis, mein Bauchgefühl und mein feines Gespür verlassen.

3. Warum sollten Schalker ausgerechnet dich wählen?
Als Schalker sollte man mich wählen, weil ich einer von Ihnen – einer von Euch bin! Ich bin seit 1998 Mitglied im Verein und seitdem Dauerkartenbesitzer für die Nordkurve und verpasse dort kaum ein Spiel. In mir kribbelt es, wenn ich nur in die Nähe der ARENA komme – und das „Fieber in uns erwacht“!

Ich bin eure Stimme in diesem Gremium – ansprechbar – diskussionsfreudig – streitbar.

Ich wünsche mir das Beste für den FC Schalke 04, für die Fans, für die Mitglieder – für die Menschen, die Schalke im Herzen tragen. Ich wünsche mir eine gesunde Struktur und eine gesunde Kultur beim FC Schalke 04, und dazu zählt für mich die Einhaltung des Leitbildes.

4. Was macht für dich einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?
Es gibt nicht den „Einen“ richtigen Kandidaten für den Aufsichtsrat. Die richtige Mischung in diesem Gremium macht es aus. Wir brauchen Menschen mit wirtschaftlichen Kompetenzen, sportlichem Fachwissen, Führungskompetenzen und Teamplayer. Menschen, die Schalke im Herzen tragen, sich mit dem Verein, der Leidenschaft, der Geschichte und dem Leitbild identifizieren und all dies uneingeschränkt leben und auch umsetzen. Ein starker Aufsichtsrat mit geballter Kompetenz ist die Grundlage für Ruhe im Verein – wahrlich die beste Voraussetzung für sportlichen Erfolg.

5. Wie beurteilst du die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?
Kann ich als Außenstehender die Arbeit des Aufsichtsrates in den vergangenen Jahren wirklich richtig einschätzen und objektiv beurteilen? Viele Themen bekomme ich nur über die Medien mit. Dort wird aber bereits ein entsprechendes Bild vermittelt oder nicht alle Informationen geliefert.

Ich möchte mir zukünftig ein eigenes Bild von der Arbeit des Aufsichtsrates machen, möchte auswählen, wer für den Aufsichtsrat kandidieren darf, weil er die richtigen Kompetenzen mitbringt, wer es verdient hat, sich für diesen Verein an so wichtiger Stelle zu engagieren und die Vereinsinteressen – und damit die Interessen auch aller Mitglieder – zu vertreten.

Ein Aufsichtsrat arbeitet dann gut, wenn die Mitglieder dieses Gremiums alles was sie tun, zum Wohle des Vereins, und damit meine ich des gesamten Vereins FC Schalke 04, tun. Als Aufsichtsratsmitglied muss ich bestimmte Gene mitbringen: Ich muss die Mentalität des Ruhrgebiets kennen und zu schätzen wissen, bestenfalls sogar leben. Der FC Schalke 04 ist ein Kumpel- und Malocherclub– und genau diesen Aspekt sollten die Mitglieder des Aufsichtsrates beherzigen und verinnerlichen.

6. Wie beurteilst du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren?
Hier gilt das gleiche für mich, wie beim Aufsichtsrat. Ich kann die Arbeit nicht objektiv beurteilen, möchte mir aber auch hier ein eigenes Bild machen und dazu beitragen, dass der Wahlausschuss im Sinne des Vereins und im Sinne der Mitglieder handelt. Der Blick geht nicht zurück, sondern nach vorne.

7. Sollte man den Wahlausschuss reformieren? Wenn ja, wie?
Das Thema Reform des Wahlausschusses ist aktuell ein viel diskutiertes Thema. Die Vereinsgremien haben einen Vorschlag eingebracht, der aus den Augen dieser Gremien absolut sinnvoll ist. Diese Argumente gilt es zu diskutieren und das Für und Wider abzuwägen. Ich bin froh, dass der FC Schalke 04 ein Verein ist, in dem für einen solchen Vorschlag eine 2/3 – Mehrheit, also eine sehr breite Mehrheit, benötigt wird, um solch wichtige Entscheidungen zu treffen.

Ich bin froh und glücklich, dass wir als Fans diese Satzungsänderung sehr lebhaft, sehr emotional und leidenschaftlich diskutieren. Es zeigt doch nur, was uns allen der FC Schalke 04 bedeutet – er ist für uns alle viel mehr als „nur ein Verein“.

Ich wünsche mir aber auch, dass Diskussionen nicht in der Form geführt werden, wie es in der Politik oft der Fall ist („die da oben und wir hier unten“). Wir alle, das heißt Mitglieder, Fans, Freunde, Gönner, Verantwortliche, Gremien – wir alle gemeinsam sind Schalke und wollen das Beste für den FC Schalke 04. Und dazu gibt es durchaus unterschiedlichste Ansichten.

Lasst uns diskutieren, auch streiten, aber auf einer gesunden Ebene. Am Ende entscheiden wir als Mitglieder, jeder einzelne, ob wir einen Satzungsänderungsantrag annehmen oder nicht. Macht dieser oder jener Antrag Sinn oder nicht. Gibt es einen guten Antrag, dann ist dieser auch mehrheitsfähig und wird beschlossen.

Ich freue mich auf die Mitgliederversammlung auf Schalke – ich freue mich auf euch und ich hoffe auf eure Unterstützung.