1. Kannst du dich kurz vorstellen?
Maik Deinert, gebürtiger Gelsenkirchener, 39 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder, Mitglied im Wahlausschuss seit 2014

2. Warum hast du dich für den Wahlausschuss beworben?
Ich kandidiere erneut, weil dieses Gremium in der aktuellen Zusammensetzung ein nicht zu unterschätzendes, den Verein schützendes Element ist. Hier wird kritisch gearbeitet, hinterfragt und stets hart in der Sache verhandelt. Untereinander wird alles mit offenem Visier besprochen und ausgefochten. Dies geschieht immer auf einer menschlich einwandfreien Basis.

3. Warum sollten Schalker ausgerechnet dich wählen?
Weil ich in den letzten 3 Jahren viel verstanden und gelernt habe. Warum „der Patient“ Schalke immer mehr krankt versteht man erst, wenn man sich die Zeit genommen hat, die Symptome zu untersuchen. Dies war mir als Mitglied des Wahlausschusses in den letzten Jahren möglich, da man viele Interna mitbekommt.

Am Ende der Analyse musste ich feststellen, dass es doch schlimmer um den Verein bestellt ist, als ich dachte. Es wird intern auf höchster Ebene übereinander gelästert, es werden Intrigen gesponnen und Allianzen geschmiedet um gemeinsam anderen zu schaden, stets zum Erhalt der eigenen Machtposition.

Dies möchte ich in Zukunft konsequent abbauen, ohne Rücksicht auf den Einzelnen – konsequent daran ausgerichtet, was das Beste für den Verein ist. Wenn dies auch von den Mitgliedern ehrlich gewünscht ist, würde ich mich über ein weiteres Mandat freuen.

4. Was macht für dich einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?
Die letzten 3 Jahre musste ich lernen, dass Qualifikation leider nichts wert ist ohne Teamgeist. Egal ob Starjurist, Politiker oder Großindustrieller. Wer sein persönliches Ego über das Team stellt arbeitet kontraproduktiv und ist auf eigenen Machterhalt fixiert. Leider ist dies die aktuelle „Schalke-Welt“. Hier müssen wir dringend raus.

5. Wie beurteilst du die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?
Durch die letzten 3 Jahre habe ich diverse Einblicke bekommen. Rein fachlich ist dieser teils sehr gut besetzt. Top vernetzt durch Clemens Tönnies, rechtlich beraten durch Jens Buchta, kritisch hinterfragt, aber stets mit dem Willen positive Veränderungen herbei zu führen durch Axel Hefer.

Menschlich in Teilen eine Perversion, die seines gleichen sucht. Mit steigender Zugehörigkeit scheint die Angst vor dem Verlust der eigenen (Macht)Position jegliches Gespür für das Wesentliche – den FC Schalke 04 – zu verdrängen.

6. Wie beurteilst du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren?
Hier war ich nach der Mitgliederversammlung 2014 selbst sehr gespannt auf die mich erwartende Arbeit. Zuvor hatte die Vereinsführung mit der Kampagne „Starkes Schalke“ versucht den Mitgliedern vorgefertigte Meinungen aufzudrücken und genehme Kandidaten zu propagieren, was jedoch bei der Wahl ordentlich in die Hose ging.

Entgegen ersten Befürchtungen, ob dieser zusammengewürfelte Haufen funktionieren würde, stellte sich schnell heraus, dass alle sieben Teilnehmer ( damals noch Stefan Barta eingeschlossen ) zu einem echten Team wurden. Bis heute wird vorbildlich intern diskutiert und nahezu nichts dringt an die Öffentlichkeit.

Selbst wenn die Vereinsführung mit größter Absicht die Machtposition ausnutzt, um medienwirksam den Wahlausschuss als eigenes Vereinsgremium zu diffamieren und zu demontieren, so haben wir niemals öffentlich Stellung genommen, um den bereits angerichteten Schaden am Verein nicht weiter zu vergrößern. Auch als man uns Inkompetenz bei der Kandidatenauswahl unterstellte, haben wir im Sinne des Vereins davon abgesehen dieses Thema weiter anzuheizen.
Festzustellen ist, dass zu keinem Zeitpunkt ein Mitglied des Vorstandes, Aufsichtsrates oder Ehrenrates auch nur bei einem einzigen Bewerbergespräch eines potentiellen Aufsichtsratskandidaten anwesend war, geschweige denn den Inhalt eines solchen kennt und beurteilen könnte. Der Wahlausschuss tagt immer – und so steht es auch in der veröffentlichten Geschäftsordnung – ohne Gäste. Jegliche Kritik an Auswahl und Vorgehen ist somit anmaßend und obsolet.

Ich kann nur sagen, dass vor drei Jahren ein Wahlausschuss gewählt wurde der zu 1904% weiß, was er tut. Der immer im Kopf hat, wo er hin will und diesen Weg unbeirrt weiter geht, Schritt für Schritt.

7. Sollte man den Wahlausschuss reformieren? Wenn ja, wie?
Der Wahlausschuss wurde bereits letztes Jahr reformiert. Diese Reform war gut und richtig und entfaltet erst in den nächsten Jahren ihre volle Wirkung. Wir habend den Wahlausschuss als rollierendes System analog dem Aufsichtsrat gestaltet. Eine plötzliche Übernahme des Gremiums ist somit nicht mehr möglich. Dies verleiht dem Verein zusätzliche Stabilität.

Die jetzt im Raum stehende erneute Satzungsänderung ist nichts anderes als die Abschaffung eines zentralen Mitgliedsrechtes. Wenn die Mitgliederversammlung nur noch 50% des Wahlausschusses wählen kann, dieser aber nur mit einer Mehrheit Entscheidungen treffen kann, so hat das Vereinsmitglied selbst keine Möglichkeit mehr Einfluss auszuüben. Die von den bereits bestehenden Vereinsgremien entsandten Wahlausschussmitglieder können alle unangenehmen Personalentscheidungen blockieren. Die Entscheidungsgewalt wird dem Mitglied genommen und dem Souverän ( der Vereinsführung ) übertragen. Demokratie – ein Grundgedanke des e.V. – geht anders…