1. Kannst du dich kurz vorstellen?
Ich heiße Thomas Merz, bin 52 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder. Nach der Schule war ich bei der Bundeswehr, habe eine Banklehre gemacht, BWL studiert und arbeite seitdem im Finanzbereich von Industrieunternehmen. Ich stamme aus Hagen / Westf. und wohne seit 20 Jahren in Duisburg. Ich bin seit meiner Kindheit Schalker und war Anfang der 80er Jahre Gründungsmitglied des Fanclubs Hagen.

2. Warum hast du dich für den Wahlausschuss beworben?
Ich habe im vergangenen Jahr die Diskussion über die Rolle des Wahlausschusses intensiv verfolgt, zunächst in der Presse, später online und bei der Vorstellung der Aufsichtsratskandidaten. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass der Wahlausschuss zwar nur eine Aufgabe hat, diese jedoch mit einer hohen Verantwortung verbunden ist. Daraufhin habe ich beschlossen, hier meine Mitarbeit anzubieten.

3. Warum sollten Schalker ausgerechnet dich wählen?
Weil ich die Qualifikation mitbringe, diese Aufgabe verantwortungsvoll zu erfüllen. Weil ich neutral und ungebunden bin. Und weil ich mit dem Herzen Schalker bin.

4. Was macht für dich einen guten Aufsichtsratskandidaten aus?
Ein Aufsichtsratsmitglied muss in der Lage sein, geeignete Vorstandsmitglieder auszuwählen und zu kontrollieren. Dafür muss er wirtschaftlichen und / oder sportlichen Sachverstand haben und in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen. Er stellt den FC Schalke in den Mittelpunkt seiner Arbeit und nicht sich selbst. Er muss Zeit für die Aufgabe und Spaß an der Arbeit haben.

5. Wie beurteilst du die Arbeit des Aufsichtsrats in den letzten Jahren?
Ich kann die Arbeit nur anhand dessen beurteilen, was in der Presse / im Internet stand. Ich hatte nicht den Eindruck, dass alle Aufsichtsratsmitglieder immer an einem Strang gezogen haben und ich hatte auch nicht den Eindruck, dass für alle immer das Erscheinungsbild des Vereins wichtiger war als die Selbstdarstellung. Abgesehen davon denke ich, dass der Aufsichtsrat überwiegend gute Arbeit geleistet hat, auch wenn die sportliche Entwicklung nicht zufriedenstellend ist.

6. Wie beurteilst du die Arbeit des Wahlausschusses in den letzten Jahren?
Das ist schwierig zu beurteilen, da die Öffentlichkeit nur die AR-Kandidaten kennt, die der Wahlausschuss zur Wahl zulässt, aber nicht die anderen. Interne Diskussionen und Wahlprotokolle werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Ich fand es aber richtig, dass der Wahlausschuss – um den in der Öffentlichkeit am meisten diskutierten Fall zu erwähnen – im letzten Jahr den bisherigen AR-Vorsitzenden Clemens Tönnies als Kandidat zur Wiederwahl vorgeschlagen hat.

7. Sollte man den Wahlausschuss reformieren? Wenn ja, wie?
Stein des Anstoßes in der Diskussion im letzten Jahr war, ob es richtig ist, dass ein aus sieben Personen bestehender Wahlausschuss das Recht hat, ein im Amt befindliches AR-Mitglied und insbes. den AR-Vorsitzenden dadurch „abzuwählen“, dass man ihn nicht zur Wiederwahl vorschlägt und die Mitgliederversammlung somit gar nicht darüber entscheiden kann. Ich denke, dass diese Kritik berechtigt ist. Ein Vorschlag zur Reform des Wahlausschusses liegt der Hauptversammlung 2017 zur Abstimmung vor, er kommt von mehreren Vereinsgremien, vereinfacht gesagt also von „dem Verein“. Dagegen spricht, dass die Mitgliederversammlung dadurch auf eines ihrer Rechte teilweise und dauerhaft verzichtet und dass sich in keinem Unternehmen ein Vorstand seinen Aufsichtsrat selbst direkt oder indirekt aussuchen kann. Dafür spricht, dass eine Diskussion wie im letzten Jahr durch diesen Vorschlag überflüssig wird, dass der Verein Planungssicherheit gewinnt und dass das neue Mitspracherecht des Vereins nicht vom Vorstand, sondern von unseren eigenen Vereinsgremien ausgeübt wird. Ich vermute, dass dieser Vorschlag kontrovers diskutiert werden wird, aber dass er letztendlich eine große Mehrheit finden wird.