Nachdem letzte Woche mit Schloss Horst das Wahrzeichen vorgestellt wurde, aufgrund dessen der Stadtteil Horst seinen Namen hat, wollen wir im 2. Teil über den Nordsternpark sowie dem bekanntesten Fußballverein aus Horst, dem STV Horst Emscher berichten. Leider müssen wir allerdings zuvor noch auf eine sehr düsteres Gebäude eingehen welches einst in Horst stand: Dem Gelsenberglager, ein Außenlager des KZ Buchenwald. 2000 ungarische und tschechoslowakische Mädchen und Frauen wurden 1944 vom KZ Ausschwitz ins Gelsenberglager deponiert um Trümmerbeseitung im Hydrierwerk der ehemaligen Gelsenberg Benzin AG zu verrichten. 514 Gefangene wurden am 14. August 1944 in ein Außenlager des KZ Buchenwald nach Essen verlegt. Mindestens 150 der übrigen Gefangen starben bei einem Bombenangriff auf die Gelsenberg Benzin AG am 11. September 1944. Kurze Zeit später wird das Außenlager Gelsenberg geschlossen und die verbleibenden 1216 Frauen und Mädchen werden in das KZ Außenlager Sömmerda eingeliefert. Ein Denkmal für die Opfer befindet sich auf dem Südfriedhof in GE-Horst. Da ein ausführlicher Bericht über dieses Lager einen Blauen Brief alleine füllen könnte und somit den Rahmen sprengt, wollen wir euch zu diesem dunklen Thema folgende Link ans Herz legen: http://www.gelsenzentrum.de/gelsenberg_lager.htm.

Nordsternpark:

Der Nordsternpark befindet sich auf dem Gelände, der 1993 stillgelegten Zeche Nordstern. Er verbindet die Stadtteile Horst und Heßler. Er besteht aus dem Gewerbepark, der circa 1000 Menschen eine Arbeitsstelle bietet und dem Landschaftspark. Der Landschaftspark entstand als Nachfolger, von der im Jahre 1997 stattgefundenen Bundesgartenschau. Durch den Nordsternpark fließen die Emscher und der Rhein-Herne Kanal. Er ist eingetragen in das European Garden Heritaga Network, sowie in die Route der Industrie Kultur. Im Park befinden sich Attraktionen für jung und alt. Aufgrund eines großem Wasserspielplatz, dem Kinderland sowie dem Ziegenmichelhof ist er ein beliebtes Ausflugziel für Kindergärten, Schulen und Familien. Entlang dem Rhein-Herne Kanal erstreckt sich eine 400 m lange Mauer an der Sprayer legal ihre Graffitis hinzaubern dürfen. Eine der größten Modellbahnanlagen der Welt befindet sich im Nordsternpark. Sie umfasst 4.100 m Gleisen, über 60 Brücken und 250 Züge. Im Teil der zu Heßler gehört, befinden sich etliche schöne Wege für Fußgänger und Radfahrer. Die größte Attraktion ist allerdings das Amphitheater, welches sich direkt im Rhein-Herne-Kanal liegt. Hier finden bis zu 6100 Zuschauer Platz. Es finden Konzerte wie das Rock Hard Festival, Theaterstücke oder Shows statt. Ein besonderes Merkmal des Parks ist die Doppelbogenbrücke. Sie wurde 1996 zur Bundesgartenschau erbaut und besteht aus zwei Doppelbögen aus Stahl, die jeweils eine Spannweite von 80 Meter und eine Höhe von 36 Meter haben. Der Nordsternpark war einer von sieben Hochpunkten des Kulturhauptstadtjahres 2010. Aus diesem Grund wurde der Turm von Schacht II der Zeche Nordstern um einen gläsernen Kubus und einer Statue erweitert.

STV Horst Emscher:

Der STV Horst Emscher ging 1920 aus dem Zusammenschluss der Fußballabteilungen des TV Horst 1892 und der TG Horst 1912 hervor. Von 1947 bis 1954 spielte der Verein in der Oberliga West, welche zu damaligen Zeiten die höchste Spielklasse war. Zu diesen Zeiten war er ein ernstzunehmender Lokalrivale von unserem FC Schalke 04 und stand in diesen Jahren auch des Öfteren vor uns in der Tabelle. Im Viertelfinale um die Meisterschaft der britischen Besatzungszone 1948 verlor der STV Horst Emscher 3:1 gegen den FC St. Pauli. In der Saison 1949/1950 wurde die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreicht, hier scheiterte man allerdings mit 2:3 an der SpVgg Fürth mit 2:3. 1963 wurde die Qualifikation zur neuen Regionalliga West erreicht, aus welche man aber 1966 abstieg. 1967 wurde mit einem 2:0 Finalsieg gegen Hannover 96 die Deutschen Amateurmeisterschaft gewonnen. Durch Fusion mit der SG Eintracht Gelsenkirchen zur STV Eintracht Gelsenkirchen spielte man wieder zweitklassig, stieg jedoch direkt im 1.Jahr wieder ab. Nachdem man an der Qualifikation für die Amateur Oberliga Westfalen gescheitert war gekehrte der Verein 1978 wieder zum alten Vereinsnamen zurück. Nachdem man 1980 nochmals die Rückkehr in die Drittklassigkeit feiern durfte, stieg der Verein 1982 ein für allemal ab. Das letzte Mal für Aufsehen sorgte der Verein 1989 in dem er sich für den DFB-Pokal qualifizierte. Allerdings schied man in der 1. Runde gegen Union Solingen aus. 1999 ging der Verein Konkurs und musste aufgelöst werden, danach wurde er unter dem Namen STV Horst-Emscher Husaren neugegründet.

Fürstenbergstadion:

Die Spielstätte des STV Horst Emscher war das Fürstenbergstadion. Gebaut wurde es 1928 und nachdem sich der STV Horst Emscher mehrmals in der Tabelle vor unserem FC Schalke platzieren konnte wurde es ausgebaut, so dass im Jahre 1956 eine überdachte Sitzplatztribüne eröffnet werden konnte. Beim Lokalderby 1957 gegen unseren S04 wurde mit 30.000 Zuschauern der Zuschauerrekord 21
erreicht. Auch unsere Amateure nutzten zeitweise das Fürstenbergstadion als Heimspielstätte. Nach der Auflösung des STV Horst-Emscher wird das Fürstenbergstadionheute nur noch vom Kreisligisten BV Horst-Süd genutzt. Offiziell bietet das Stadion Platz für 22.800 Zuschauer.